REAKTIVE ARTHRITIS 
infektreaktive, postinfektiöse, nichteitrige Arthritis

14   Arthri tis
   14.1  r heumatoide Arthritis
   14.2  Psori asis Arthritis
   14.3  Ly me-Arthritis
   14.4  Arthritis u rica
   14.5  infek tiöse Arthritis
      14.5.1  bak teriell ei trige Arthritis
      14.5.2  vi rale Arthritis
      14.5.3  reaktive Arthritis (infektreaktive, postinfektiöse, nichteitrige)

Der Begriff "Arthritis" bezeichnet eine Gelen kentzündung, bei einer solchen sind die Gelenkflächen betroffen. Betrifft die En tzündung 1 Gelen k, so spricht man von einer Monar thritis, sind mehrere Gelen ke betroffen so wird dies Ol igoarthritis genannt. Bei der Pol yarthritis sind (fast) alle Gelen ke entzündet.

Die (indi rekte) reaktive Arthritis ist eine Form der infek tiösen (= durch Erreger verursachten, ansteckenden) Arthritis.
Im Unterschied zur (
direk ten) bak teriell ei t rigen Arthritis sind aber bei der reaktive n Arthritis keine Erreger im Gelen k selbst nachweisbar.

Ausgelöst wird diese Gelen kentzündung durch eine Immunreaktion des Körpers auf eine außerhalb des Gelen kes gelegene Infektion (= Übertragung von / Ansteckung mit Mikroorganismen wie z.B. Bakerien oder Viren), weshalb die reaktive Arthritis öfters auch als infektreaktive postinfektiöse oder nichteitrige Arthritis bezeichnet wird.
Wichtig für die Diagnosestellung ist deshalb eine genaue Erhebung der in den Wochen vor der Arthritis durchgemachten Infektionskrankheiten, wie grippale Infekte, Durchfallerkrankungen u.ä..
Eine reaktive Arthritis betrifft vorwiegend die Ex tremitäten (= Ar me und/oder Be ine).

Die wohl bekannteste reakt ive Arthritis ist die durch Zec ken übertragene Lyme Arthritis. Sie wird durch Borrel ien übertragen, die beim Zec kenbiß (besser: Zec kenstich) in die menschliche Blutbahn gelangen. Nach 4-18 Tagen zeigt sich (nicht immer!) das so genannte Eryt hema chronicum mig rans, eine kreisförmige Rötung um den Zec kenbiß herum, die an Größe zunimmt. Daneben treten Kop fschmerzen, Fieber, Müdigkeit und Mus kel- sowie Gelen kschmerzen auf.  Die Diagnose erfolgt über Antikörper im Blut (erst 3 Wochen nach Zec kenstich möglich), allerdings muß schon bei Verdacht auf Borrel iose mit Antibiotika behandelt werden. Unbehandelt kann die Krankheit im Spätstadium schwere Schäden der Gelen ke, des Nervensystems und des Herzens hervorrufen. 
Es sei an dieser Stelle aber nicht verschwiegen, daß die Aussage, bei der Ly
me-Arthritis handle es sich um eine reaktive und damit nicht um eine dire kte infek tiöse Arthritis, kontrovers diskutiert wird. Tatsächlich gelingt es nämlich, aus dem Gelenkpunktat Borrel ien anzuzüchten, allerdings dauert dieser Vorgang mehrere Monate, so daß diese Methode zur Nachweisführung nicht geeignet ist. Bei Verdacht auf eine Borreliose wird deshalb auf Antikörper getestet.

Eine weitere Form der reaktive n Arthritis ist das r heumatische Fieber, eine Folgeerkrankung nach einem Infekt mit Streptokokken, die mit Fieber, Gelenken tzündungen, aber auch Herzbeteiligung oder Hautsymptomen einhergeht. Sie läßt sich über einen im Blut nachweisbaren Antikörper bestätigen (Anti-Streptolysin) und wird mit Antibiotika therapiert. Desweiteren wäre hier die Arthritis bei infektiöser Endkarditis (= En tzündung der Herzinnenschicht) aufzuführen.

Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer reaktive n (infektreaktive n) Arthritis sind meist Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und/oder Bewegungseinschränkung des betroffenen Gelenkes. Seltener kann es auch zu Rötung (v. a. akute Formen) und / oder Gelenkerguß kommen. Im Verlauf einer chronischen Arthritis (= über einen längeren Zeitraum bestehenden Arthritis) sind die Spätfolgen meist ein Funktionsverlust des Gelen kes mit Destruktionen (= Zerstörung bestimmter Gelenksbestandteile), Fehlstellungen (= die Geometrie des Gelenkes wird verändert), Kontrakturen (Verkürzungen bestimmter das Gelen k umgebender Weichteilstrukturen, die zu einer Bewegungseinschränkung des Gelen kes führen) und Ankylosen (= Gelen kversteifung) (nach Pschyrembel, 258. Auflage; Gesundheitpro.de). 

Medikamentöse Schmerztherapie bei einer reaktive n (infektreaktive n, postinfektiöse n, nichteitrige n) Arthritis:

Akut und subakut können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®. Besonders magenschonend und ebenfalls entzündungshemmend sind die  sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Celecoxib (Celebrex ®) oder Valdecoxib (Bextra®).

Spezielle Schmerztherapie bei einer reaktive n (infektreaktive n, postinfektiöse n, nichteitrige n) Arthritis:

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei Arthritis leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sehr bewährt hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel), insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    :
    Kniegelen k und z.T. oberes Sprunggelen k

  2. Gegen Schmerzen im ftgelenk kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. isch iadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesä ß, den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche:
    Gelen ke im Fu
    ßbereich

  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Obera rm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: El len bogen- und Han dgelenke (auch Fin
    ger), in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären Zugang auch das Schu ltergelenk.


 

A Achillobursitis, Achillodynie, Achillessehnenentzündung, Algodystrophie-Syndrom, Algogenes Psychosyndrom, Algurie, alkoholische Polyneuropathie, Amputation, Analgetikakopfschmerz, Anfall bei Migräne, Apoplexia, Apoplexia cerebri, Apoplex, Armschmerz, arterielle Durchblutungsstörungen, arterielle Verschlußkrankheit, Arteriitis temporalis, Arthritis, Arthrosen, Arthrose im Knie, Arthrose (in) der Schulter, Attacke bei Migräne, Auriculotemporalis-Syndrom, Atypischer Gesichtsschmerz, Aurikulotemporales Syndrom,
B Baastrup, Bandscheibenschaden, Bandscheibenschmerz, Bandscheibenprolaps, Bandscheiben-Syndrom, Bandscheibenvorfälle, Bandscheibenvorwölbung, Basilarismigräne,
Bechterew, Beckenschmerz, Behandlung bei Krebsschmerz, Behandlung bei Kopfschmerzen, Beine-offene, Beingeschwür, Beingeschwüre, Beinschmerz, Beschleunigungsverletzung, Bing-Horton-Kopfschmerz, Bing-Horton-Syndrom, Blasenentzündung, Bouchard-Arthrose, Borrelieninfektion, Borreliose, Brustschmerz, Brustentfernung, Burning-feet-Syndrom, Bursitis, Bursitis calcarea, Bursitis olecrani, Bursitis subacromialis, Bursitiden, Brustwirbelsäulensyndrom
C
Carpaltunnel-Syndrom, Calcaneodynie, Cephalgie, Cervicobrachialgie, Charlin Syndrom, Chondropathia patellae,
chronische Sehnenscheidenentzündung, Claudicatio intermittens, Cluster headache, Cluster-KopfschmerzCluster-Schmerz, Clusterschmerz, Colitis-ulcerosa, Colon irritable, Clusterkopfschmerz, Coxalgie, Coxarthrose, Coxitis, craniomandibuläre Dysfunktion, Crohn Krankheit  
D Deafferenzierungsschmerz, Diabetische Neuropathie, Diabetische Polyneuropathie, Diabetischer Fuß, Discopathie, Discusprolaps, Diskopathie, Diskushernie, Durchblutungsstörung,

E Eagle-Syndrom, Ehrlichiose, Entzugskopfschmerzen, Enzephalomyelitis, chronische Epikondylitis, Epicondylitis, Epicondylopathie, Ergotismus, Epikondylopathie,
F Facetten-Syndrom, Fasziitis, Fasziitis plantaris, Failed-back-surgery-Syndrom, Fersenschmerz, Fersensporn, Fersensporne, Fibromyalgie (1), Fibromyalgie (2), Fibromyalgie (3), Fibromyalgiesyndrom, Fibrositis, Fingerschmerzen, Frozen Shoulder, Fußgeschwür,
G Gastritis, Gehirninfarkt, Gesichtsrose, Glossitis, Glossodynie, Golferarm, Gonarthrose, Grazilis-Syndrom, Gürtelrose, Gürtelrose
H Haglund Ferse, chronisches Halswirbelsäulensyndrom, Handgelenkarthrose,
Heberdenarthrose, Hemicrania continua, Hemicrania, Herpes zoster, Herpes zoster ophthalmicus, Herpes zoster oticus, Hexenschuß, Hirninfarkt, Hörsturz, Horton-Syndrom, Hüftarthrose, Humane granulozytäre Ehrlichiose,
I Iliosakralgie,
Impingement-Syndrom, , Insertionstendopathie, Intercostalneuralgie, Interkostalneuralgie, infektreaktive Arthritis, Insult, Ischämischer Insult, Ischialgien,
K Kalkaneussporn, Kausalgie (chronischer Schmerz nach Nervenverletzungen), Kieferhöhlenentzündung,
Kniearthrose, Kolitis ulzerosa, Komplexes regionales Schmerzsyndrom, KopfroseKopfschmerz vom SpannungstypKopfschmerzen bei Migräne, Kostoklavikularsyndrom, Koxitis, Krampf in der Wade, kraniomandibuläre Dysfunktion,
L Laryngeus-superior-Neuralgie, Lendenwirbelsäulensyndrom, Lumbago, lumbaler Bandscheibenvorfall, Lumbalsyndrom, Lumboischialgie, Lyme-Borreliose (Erkrankung nach Zeckenbiß), Lyme Krankheit, Lymphödem, Lymphödeme
M
Mammaamputation, Meralgia paraesthetica, Migräne (1), Migräne (2), Migräneanfälle, Migräneanfall, Migräneattacke, Migräne-Attacken, Morbus Bechterew, M. Crohn, Morbus Crohn, Morbus Fabry, Morbus Raynaud, Morbus Scheuermann, Morton Metatarsalgie, Multiple Sklerose, Muskelschmerzen, Muskelkrampf,
N
Nackenschmerzen, Nacken-Schulter-Arm-Syndrom, Nasennebenhöhlenentzündung, Nasoziliarneuralgie, Neuralgie, Neuralgie des Glossopharyngeus, Neuralgien, Neuralgie-postzosterische, Neuralgische SchulteramyotrophieNeuronitis, Neuropathie, nichteitrige Arthritis,
O
Ohrenschmerz, Offene Beine, Okzipitalneuralgie, Omarthrose, Orofazialer Schmerz, Osteochondrose, Osteomyelitis, Osteoperiostitis, Osteoporose,
P Paroxysmale Hemikranie, pAVK, Peitschenschlagsyndrom, Periostitis, Periphere arterielle Verschlußkrankheit, Phantomschmerz, Piriformissyndrom, Plexusausriß, Plexusneuritis, Plantarfasciitis, Polyneuropathie, Polyneuropathien, postinfektiöse Arthritis, Postlaminektomie-Syndrom, Postthorakotomie-Syndrom
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Q Querschnittsyndrom
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T Tarsaltunnelsyndrom,
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U Ulcera cruris, Ulcus cruris, Ulkus cruris, unruhige Beine, Unkovertebralarthrose,
Unterleibschmerz, Ulzera cruris,
V Vulvodynie, Verschlußkrankheit-arterielle, Vulvodynia
W Wadenkrampf, Wadenkrämpfe, Wartenberg-Syndrom, Weichteilrheuma,
Z Zeckenbiß, Zeckenborreliose, zervikaler Bandscheibenvorfall, chronisches Zervikalsyndrom, Zervikobrachialsyndrom, Zervikogener Kopfschmerz, Zervikozephalgie, Zosterneuralgie,

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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Schmerzklinik: www.schmerzklinik-1.de